Werkbank

Der Allrounder für den Handwerker: von Werkbänken, ihrer Geschichte und Nutzung

Sie ist so alt, wie das Handwerk selbst. Ein ganzes Land wird nach ihr bezeichnet – China: Werkbank der Welt. Als verlängerte Werkbank wird die ausführende Arbeitsweise in Betrieben oder ganzen Wirtschaften ohne Forschung und Entwicklung metaphorisch bezeichnet – die Werkbank ist wegweisend. An der Werkbank stehen ist heute noch das Synonym für hartes handwerkliches Arbeiten. Doch hinter all dem steckt der gute alte Arbeitstisch, der je nach Gewerk mit den verschiedensten Vorrichtungen versehen ist: Die Tischlerbank beispielsweise (sie wird auch Hobelbank genannt) hat neben der großen Arbeitsfläche Einspannungsvorrichten, um Holz und Metall zu befestigen; der Schlosser braucht einen Schraubstock, Juweliere und Uhrmacher Haltevorrichtungen und Lupen. Doch was noch im Mittelalter eine einfache Tischplatte war, ist heutzutage ein komplexer Arbeitsbereich. Es gibt mobile Werkbänke, mit und ohne Kasten, kombinierbare Varianten genauso wie Gruppenwerkbänken. Das Feld ist weit und der angehende Werkbankbesitzer sollte einiges über den Allrounder unter den Arbeitsplätzen wissen.

Aus der Antike in die Neuzeit – Entstehung und Nutzung der Werkbank:

Es ist anzunehmen, dass die Werkbank aus dem antiken Tisch entstanden ist. Dieses Möbelstück wird seit der Antike verwendet, erste Abbildung gibt es in der ägyptischen, griechischen und römischen Kunst. Ziel war es, Gegenstände auf eine Höhe zu bringen, um einen leichteren Zugriff darauf zu haben. Erste Tische waren daher meist Speisetische, doch ihr Prinzip setzte sich auch in anderen Bereichen durch. Das Handwerk bekam den Arbeitstisch, die schreibende Zunft den Schreibtisch und die predigende Zunft den Stehtisch, oder auch Rednerpult genannt. Aus den verschiedenen Arbeitstischen entstand die heute bekannte Werkbank in ihren verschiedenen Ausführungen, Labor- und Vermessungstische folgten.

Wer einmal an einer Werkbank gearbeitet hat, wird sie nicht mehr missen wollen. Der unschlagbare Vorteil dieses Arbeitsplatzes ist die Verbindung aller notwendigen Vorrichtungen – Werkzeuge und Platz in einem. Arbeitskomfort und -effizienz lassen sich so enorm steigern. Ob Hammer, Säge oder Hobel – der Handwerker hat alles in Reichweite, was er braucht. Durch die Schraub- und Haltevorrichtungen kann das zu bearbeitende Material fest angebracht werden – alle Arbeitsvorgänge können an einem zentralen Platz ausgeführt werden. Abgestimmt auf die Bedürfnisse des Arbeiters kann so der Juwelier mit der linken Hand die Lupe heranziehen und mit der rechten Hand Werkzeuge aus der Schublade holen, der Schlosser braucht meist einen Schraubstock sowie Klemmleisten und der Tischler diverse Sägevorrichtungen. Nicht nur die Industrie hat diese Vorteile der Werkbank erkannt. Auch so mancher Hobbyhandwerker verfügt über eine in seinem Hobbyraum.

Es gibt nichts, was es nicht gibt: Werkbänke in allen Arten und Formen!

Eine Werkbank ist jedoch nicht gleich einer Werkbank – es gibt die verschiedensten Ausführungen je nach Branche mit den unterschiedlichsten Anforderungen. Es gibt Kombi-Werkbänke, Kasten- und Gruppen-Werkbänke, genauso wie Rollen-Werkbänke oder auch mobile Werktische genannt. Kombi-Werkbänke sind meist sehr allgemein in ihrer Ausstattung gehalten, um möglichst einen vielseitigen Einsatz zu gewährleisten. Sie ähneln oft einem unspektakulären Werktisch, es gibt sie in den unterschiedlichsten Höhen und Breiten, mit oder ohne Unterbau, Container oder Regal.

Kasten-Werkbänke beispielsweise bieten zahlreichen Stauraum, sie haben oft Unterbaucontainer und Schubladen integriert. Roll-Werkbänke verfügen, wie der Name schon sagt, über Rollen und sind daher mobil. Sie eignen sich dort für den Einsatz, wo eine hohe Flexibilität gefragt ist. Meist verfügen auch sie über Schubladen oder Container. Gruppenwerkbänke sind kreisförmige Tische, an denen mehrere Arbeiter gleichzeitig Platz finden. Sie kommen oft im Ausbildungsbereich zum Einsatz, sind platzsparend im Raum, bieten aber selbst viel Platz für die Arbeitenden. Diese Kategorien können in sich wiederum unterschiedliche Eigenschaften besitzen: höhenverstellbare Tischplatten, unterschiedliche Materialien (Kunststoff oder Massivholz) Integration von unterschiedlichen Instrumenten und Vorrichtungen (Schraubstock oder Lupe), Erweiterungen, Spannbacken und vieles mehr.

Es gibt faltbare Werkbänke oder Modelle zum selber aufbauen. Der Fachmann unterscheidet sogar zwischen Werkbank und Werktisch, deren Unterschied sich in der Stärke der Arbeitsplatte ausdrückt. Eine hochwertige Werkbank verfügt über eine Tischplatte mit mindestens 40 Millimeter Stärke, ein Tisch hingegen bietet nur 25 Millimeter. Daher kann ein Werktisch nur 750 Kilogramm standhalten (eine Werkbank bis zu 1000 Kilogramm) und der Werktisch ist um einiges preiswerter, aber auch weniger stabil und langlebig.

Mobile Werkbänke: Stabilität auch auf Rollen?

Wie bereits beschrieben, gibt es auch mobile Werkbänke auf Rollen. Diese lohnen sich vor allem dort, wo der Arbeiter sonst lange Wege zurücklegen müsste. Statt hin und her zu laufen, wird Zeit gespart, indem die Bank der Arbeit folgt. Der Laie wird sich sofort fragen: Ist eine mobile Bank auch standfest? Der Experte antwortet: natürlich! Sonst wäre sie unbrauchbar. Daher hat eine mobile Werkbank besondere Anforderung an die Qualität. Die Arbeitsplatte muss solide und massiv, das Gestell sauber verschweißt sein und der Rollensatz eine gute Qualität besitzen – mit Bremsen und Stoppern ausgestattet. Beim Arbeiten darf die mobile Werkbank nicht zur Seite weichen. Erstklassige Modelle verfügen daher über ein absenkbares Fahrgestell. Mobile Werkbänke verfügen meist über eine Traglast von 500 Kilogramm.

Gegen Schmutz und Widrigkeit: die richtige Pflege einer Werkbank!

Eine Werkbank muss einiges Aushalten. Neben dem Tragen verschiedener Lasten muss sie Schmutz und Dreck, Stöße und Kratzer, Leim, Wasser und andere Flüssigkeiten ertragen. Daher will eine Werkbank, soll sie lange leben, auch gut gepflegt sein. Wird die Werkbank nicht genutzt, empfiehlt sich in dieser Zeit eine Abdeckung der Arbeitsplatte mit Auflagen. Die Pflege und Reinigung der Werkbank hängt von den verarbeiteten Materialien ab: Eine Arbeitsplatte aus Buche sollte regelmäßig mit Lackleinöl bearbeitet werden. Verschmutzungen können mit Schleifpapier oder einer Handschleifmaschine entfernt werden. Auch Wachs kommen bei manchen Heimwerkern zur Versiegelung zum Einsatz. Leim sollte mit einem Lappen entfernt werden, fest gewordenes Material kann mit einer Ziehklinge oder einer Spachtel abgezogen werden. Zum Entfernen von Flecken eigenen sich bei unterschiedlichen Materialien (Stahlblechplatte oder Linoleum) Waschbenzin und unterschiedliche Öle. Unbehandelte Faserplatten sollten nur mit Besen und Tücher gereinigt werden – Wasser ist Gift für das Material. Glasspray und Spülmittel sind bei Laminatplatten erlaubt. Bewegliche Teile der Werkbank sollten regelmäßig mit Talg eingefettet oder geölt werden.

Allgemein gilt: Scharfe Putzmittel sollten nicht verwendet werden. Sie schaden Versiegelung und Material. Wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne. Einer Werkbank wird man immer die Arbeit ansehen. Aber ein wenig Pflege verlängert ihr Leben beträchtlich.

Achtung Feuchtigkeit: Holz nimmt Wasser auf. Daher sollte eine Werkbank nicht an Orten mit einer besonders hohen Luftfeuchtigkeit aufgestellt werden! Sonst kann sich das Material unschön verziehen!

Teuer oder billig: Die Anforderungen entscheiden beim Kauf mit!

Verschiedene Hersteller von WerkbänkenVor dem Kauf einer Werkbank sollte sich jeder zunächst der geplanten Nutzung gewiss sein. Ob Unternehmer oder privater Heimwerker, jeder sollte wissen, wo und wofür die Werkbank gebraucht wird. Davon hängt die Größe ab, die Ausstattung mit Stauraum und den Instrumenten. Muss die Bank besonders robust sein? Muss sie Besonderheiten, wie beispielsweise Hitzebeständigkeit, aufweisen? Wo wird sie stehen, welche Breite und Länge darf sie maximal haben? All das sind Fragen, die vor einem Kauf beantwortet werden sollten. Ebenso ist ausschlaggebend, ob nur eine oder mehrere Personen an der Werkbank arbeiten werden. Höhenverstellbarkeit und Gruppen-Bänke sind vor allem beim Einsatz mit mehreren Arbeitern empfehlenswert.

Wird die Werkbank an mehreren Orten gebraucht? Dann sollte sie eventuell über Rollen verfügen. Wie viel Traglast muss sie tragen können? Welches Material sollte die Arbeitsplatte haben? Die Qualitätsansprüche legt der Käufer selbst fest, ebenso den Preis, den er ausgeben möchte. Zugunsten der Qualität sollte jedoch nicht gespart werden. Achten Sie beim Kauf auch auf Garantien, Robustheit und Standfestigkeit sowie auch auf den Schutz der Materialien: Ist eine Platte aus Massivholz versiegelt? Sind Metalle auf Rostfreiheit getestet? Auch arbeitsschutzrechtliche Vorschriften sollten vor der Anschaffung einer Werkbank im Unternehmen beachtet werden. Für den privaten Gebrauch gilt: Wer die Bank häufig nutzen will, sollte lieber etwas tiefer in den Geldbeutel greifen, um lange Freude an diesem Arbeitsgerät zu haben.

Wo die Werkbank kaufen? Von schwarzen Schafen und Branchengiganten:

Der hohe Bedarf an Werkbänken in der Fertigungsindustrie lockt auch viele Hersteller auf den Markt. Hier gibt es die gesamte Bandbreite, von schwarzen Schafen mit Billigangeboten (meist im Ausland ansässig) und den Spezialisten. Made in Germany ist hier noch ein Qualitätssiegel. Firmen wie beispielsweise Bosch und Küpper aber auch der US-Riese Black & Decker stehen für robuste und qualitativ hochwertige Arbeiten. Wer sich ein Überblick über die verschiedenen Modelle und Hersteller machen will, sollte sich diverse Tests zur Hilfe nehmen.

Heimwerkerzeitschriften wie Selbst in der Mann oder Heimwerker Praxis haben bereits zahlreiche Werkbänke unter die Lupe genommen und die schwarzen Schafe entlarvt. Im Internet Werkbänke zu erstehen, ist nur für den Experten ratsam. Wer sich weniger mit der Materie auskennt, sollte lieber direkt zum Fachhandel gehen und anfassen, was er kauft – denn die Entscheidung für eine Werkbank ist immer langfristig. Also vorher genau prüfen, unter welchen Tisch der Arbeiter zukünftig seine Beine strecken wird. Beim Kauf gilt: Karten auf den Tisch – oder wie sagt der Volksmund? Lassen Sie sich beim Kauf nicht über den Tisch ziehen und suchen Sie sich den richtigen Hersteller mit den passenden Preisen aus. Und wer es mag: der wahre Handwerker baut sich seine Werkbank selbst!